Stiftung Mensch

Von Rio nach New York. Von New York nach Meldorf.

19.09.2017 09.46 von Mechthild Alves

Max Schön (4.v.l.) mit F. Schnabel, H. Block, J. Klimant, D. Martens-Hunfeld, K. Frölich, R. Martens, M. Langenohl, O. Timm, T. Ibs (v.l.)

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele


Meldorf, den 18.09.2017 – Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Zukunftshaus Westküste trafen sich am 12.09.2017 über 150 Gäste im Landwirtschaftsmuseum in Meldorf zur Diskussion mit Max Schön, Mitglied des deutschen Club of Rome. Thema waren die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der UN, die 2015 beschlossen wurden. Im Zentrum stand die Frage, ob diese Ziele pauschal und banal oder sensationell und radikal sind. Eingeladen hatten die Rotary-Clubs aus Brunsbüttel und Heide und die Stiftung Mensch.

Max Schön, Lübecker Unternehmer, Mitglied des Rats für Nachhaltige Entwicklung, ehemaliger Präsident und heutiges Mitglied des deutschen Club of Rome und seit 2016 Vorsitzender der Possehl-Stiftung in Lübeck, fokussierte seinen Vortrag auf den Klimaschutz und die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Beides sei nicht so kompliziert und teuer wie allgemein befürchtet: Circa 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes würde es benötigen, um die jetzt festgelegten Maßnahmen und Ziele zu verwirklichen. Dies sei nicht viel, insbesondere, wenn man sonst eventuell eintretende Folgeschäden berücksichtige. Auch müsse man dabei nicht unbedingt immer auf Annehmlichkeiten verzichten, sondern könne Alternativen  berücksichtigen – Heizen nicht mehr mit Öl, sondern mit Erdwärme, Strom aus erneuerbaren Energien, Bahn und Bus nutzen. Wer nicht auf sein Auto verzichten mag, solle die Anschaffung eines E-Autos erwägen. Max Schön räumte mit den gängigsten Ausreden und Vorurteilen zum Thema Klimaschutz auf. Bei der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung sei wichtig, mit den Ländern gemeinsam an den Zielen zu arbeiten und nicht über sie hinweg zu entscheiden.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Dr. Jörn Klimant (Landrat Kreis Dithmarschen), Frank Schnabel (Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports), Matthias Langenohl (Geschäftsführer der Eversfrank Gruppe), Prof. Dr. Dr. Kai Frölich (Vorstand der Arche Warder), und Prof . Dr. Hans-Jürgen Block (ehem. Geschäftsführer der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH und Stiftungsvorstand von Innovation Schleswig-Holstein) wurden die Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Handlungsstränge aufgezeigt:

So ist beispielsweise Brunsbüttel Ports seit 2015 „ISO 14001“-zertifiziert, wozu u. a.  Ressourcenschutz und das Nutzen umweltfreundlicherer Treibstoffe nötig seien. Die Eversfrank Gruppe bemühe sich zum einen, umweltunschädliche Tinte u. ä. zu verwenden, als auch generell weniger Überschuss in den Druckereien zu produzieren.

Das Ziel der Arche Warder sei – wie der Name vielleicht schon vermuten lässt – alte Haustierrassen vor dem Aussterben zu retten, um deren in der heutigen Fleisch- und Nutztierindustrie verloren gegangene Robustheit und Qualität zu erhalten. Die Erfolge der bisherigen Arbeit seien ein Beleg für die Wichtigkeit der Erhaltung.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Block, seines Zeichens ehemaliger Geschäftsführers der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH(EKSH), gab an der Fachhochschule Flensburg den Anstoß für die bundesweit erste Stiftungs-Professur für Windenergie-Technik. 

Das Engagement beeinflusst letztendlich aber nicht nur den Klimawandel, denn, so Landrat Dr. Jörn Klimant, wenn Unternehmen und Bürger mit gutem Beispiel voranschritten, dann würde auch die Politik endlich nachziehen.

Dass dies von enormer Wichtigkeit sei, bleibe laut Max Schön unbestritten. Denn der Klimawandel treffe uns alle, auch wenn wir die Folgen der Auswirkungen vorerst nur indirekt durch den Strom der Flüchtlinge oder durch Presseberichte über Naturkatastrophen miterleben. Aber gerade so lange dies nicht so sei, sei es uns noch möglich, etwas dagegen zu tun, indem gemeinsam, mit Industriestaaten und Schwellenländen, an einem Strang gezogen würde.

Moderiert wurde die sehr informative Veranstaltung von Stiftungsvorstand Dorothee Martens-Hunfeld und Rolf Martens, Projektkoordinator Zukunftshaus Westküste. Auch das Publikum beteiligte sich rege an der Diskussion.

Durch das Sponsoring der zwei Rotary-Clubs gab es zum Ausklang des Abends ein feinheimisch-Buffet und weitere angeregte Gespräche in kleinen Runden.

 

 

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